Kroatien

Kroatien (kroatisch: Hrvatska, amtliche Bezeichnung: Republika Hrvatska, deutsch Republik Kroatien) ist ein Staat im geografischen Grenzraum zwischen Mittel- und Südosteuropa. Das Staatsgebiet liegt östlich des Adriatischen Meeres und zum Teil im Südwesten der Pannonischen Tiefebene.

Im Nordwesten bildet Slowenien, im Norden Ungarn, im Nordosten Serbien, im Osten Bosnien und Herzegowina und im Südosten Montenegro die Grenze. Das Gebiet der einstigen Republik Ragusa (Dubrovačka Republika), das heute

Republika Hrvatska

Republik Kroatien

Flagge Wappen


den südlichsten Teil des Staates ausmacht, verfügt über keine direkte Landverbindung zum übrigen Staatsgebiet, da der wenige Kilometer breite Meereszugang von Bosnien und Herzegowina dazwischen liegt; das Gebiet um Dubrovnik bildet damit die einzige Exklave des Landes.

Nach dem Kroatienkrieg in den Jahren 1991 und 1995 wurde das Land von Jugoslawien unabhängig.

Im Human Development Index liegt Kroatien auf Platz 45 von 182.

Geografie

Kroatiens Fläche entspricht mit ca. 56.500 Quadratkilometern etwa der doppelten Größe von Brandenburg. Zur Landfläche gehört ein Teil der Dinariden und der Pannonischen Tiefebene.

Das Land liegt im geografischen Grenzraum zwischen Mittel- und Südosteuropa. Der größte Teil Kroatiens (ausgenommen Slawonien sowie das Gebiet um Zagreb nördlich der Save) wird geografisch der Balkanhalbinsel und somit Südosteuropa zugeordnet. Im politischen Gebrauch, unter anderem in den Institutionen der Europäischen Union, wird Kroatien dem Westbalkan zugeordnet. In kultureller Hinsicht befand sich Kroatien stets an der Grenzlinie zwischen westeuropäischen bzw. orientalischen Einflüssen.


Die geringste Entfernung zwischen Österreich und Kroatien beträgt 20 km (durch einen kleinen Landstreifen Sloweniens getrennt), während die südlichste kroatische Halbinsel Prevlaka 69 km von Albanienentfernt liegt.

Grenzen
Das kroatische Staatsgebiet umfasst ca. 87.700 km², wovon 56.592 km² auf Land- und 31.067 km² auf Seeterritorium entfallen. Aufgrund der territorialen Lage von Bosnien und Herzegowina wird das Staatsgebiet Kroatiens auf einen kontinentalen Nordteil und einen langen Küstenstreifen eingeengt, die nur im Nordwesten miteinander verbunden sind. Der südlichste Teil des Küstengebietes (die Region um Dubrovnik bis zur Grenze zu Montenegro) wird auf einer Breite von etwa 3 km durch die zu Bosnien und Herzegowina gehörende Gemeinde Neum vom übrigen Kroatien getrennt.

Die Gesamtlänge der Landgrenzen Kroatiens beträgt 2.197 km. Davon entfallen auf die Grenze zu Slowenien 670 km, auf die Grenze zu Ungarn 329 km, auf die Grenze zu Bosnien und Herzegowina 932 km, auf die Grenze zu Serbien 241 km und auf die Grenze zu Montenegro 25 km. In der Nordadria ist die Seegrenze zu Slowenien umstritten (siehe: Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens). Die Länge der adriatischen Küstenlinie (Festland) beträgt 1.778 km (mit Inseln 6.176 km).

Klima
Im Landesinneren bzw. Nordosten Kroatiens herrscht vor allem kontinentales Klima vor. Mittlere Monatstemperaturen im Sommer betragen um 26 °C, im Winter um 2 °C. Der Jahresniederschlag beträgt etwa 750 Millimeter[5].

Das Klima an der adriatischen Küste hingegen ist wesentlich feuchter und es herrscht mediterranes Klima vor. Die Sommer sind also meist sonnig und trocken (um 30 °C), während die Winter regenreich und warm sind (um 10 °C). Der Jahresniederschlag ist mit etwa 3000 Millimetern im Süden und 1800 im Norden der Adriaküste erheblich höher als im Landesinneren.

Ein besonderes Wetterphänomen sind die gelegentlich in der Küstenregion auftretenden kalten Fallwinde Bora, die zu den stärksten der Welt zählen.

Landschaftszonen
Nach Reliefformen und Klimazonen lässt sich Kroatien in drei Landschaftszonen einteilen. Diese Einteilung spiegelt sich teilweise in der Kultur und Lebensweise der Menschen wider.

Die pannonische Tiefebene


Schloss TrakošćanDie pannonische Tiefebene besteht überwiegend aus Flachland, unterbrochen von einigen Mittelgebirgen, und wird über die Save und Drau und deren Nebenflüsse zur Donau hin entwässert. In diesem Teil des Landes herrscht gemäßigtes Kontinentalklima. Diese Landschaftszone lässt sich untergliedern in Nordkroatien und Slawonien. Nordkroatien umfasst das ostmitteleuropäisch geprägte Gebiet von der Kupa bis zur ungarischen Grenze: das Flachland längs der Save und Kupa um die Städte Zagreb, Karlovac und Sisak, das heute demografisch und wirtschaftlich das Zentrum des Landes bildet, das Gebirgsland des Zagorje (auf Deutsch auch: Zagorien) nördlich der Hauptstadt Zagreb und das Međimurje im nördlichsten Zipfel des Landes zwischen Drau und Mur. Slawonien ist das Flachland entlang der Flüsse Save (Sava) und Drau (Drava) bis zur Donau (Dunav) im Osten. Zu diesem werden oft auch die Baranja (nördlich des Unterlaufes der Drau) und West-Syrmien (Zapadni Srijem) (der Ostzipfel Kroatiens zwischen Donau und unterer Save) gezählt.

Die dinarische Gebirgsregion


Mandarinenplantagen an der Mündung der NeretvaDie dinarische Gebirgsregion (auch Mittleres Kroatien oder Kroatisches Hügelland genannt) wird von Mittel- und einzelnen Hochgebirgen geprägt, die die Wasserscheide zwischen Donau und Adria bilden, wobei einzelne Täler auch vollständig abflusslos sind. Hier herrscht Gebirgsklima. Zu dieser Landschaftszone gehören das Gebirgsland des Gorski kotar zwischen Rijeka und Karlovac, die Hochtäler Lika und Krbava zwischen dem entlang der Küste verlaufenden Gebirgszug des Velebit und dem Grenzgebiet zu Westbosnien sowie ein Teil des Hinterlandes Dalmatiens (Dalmatinska Zagora, Biokovo-Gebirge).

Die adriatische Küstenregion

Die adriatische Küstenregion besteht zu großen Teilen aus verkarsteten Flächen. Sie ist von mediterranen Einflüssen geprägt. Die Breite des Küstenstreifens variiert stark. Während er an einigen Stellen (unterhalb des Velebit und des Biokovo-Gebirges) nur wenige Kilometer breit ist, reicht er an anderen Stellen weiter ins Landesinnere. Die Mehrzahl der in Kroatien in die Adria mündenden Flüsse ist jedoch relativ kurz; lediglich der Einzugsbereich der aus Bosnien und Herzegowina kommenden Neretva erstreckt sich weiter ins Landesinnere. Die adriatische Küstenregion lässt sich von Norden nach Süden untergliedern in die historischen Regionen:

Istrien – die Halbinsel im Nordwesten der kroatischen Küste

Hrvatsko Primorje (Kroatisches Küstenland) um Rijeka und Senj mit den Inseln der Kvarner-Bucht

Dalmatien – die zerklüftete Adria-Küste südwärts ab etwa Zadar einschließlich der vorgelagerten Inseln und des gebirgigen Hinterlandes mit historisch bedeutsamen Städten wie Dubrovnik (Ragusa) und Split.

Inseln
Die Kroatischen Inseln (kroatisch Hrvatski otoci) befinden sich vor der Küste Kroatiens im Adriatischen Meer, einem Ausläufer des Mittelmeeres. Die kroatische Küste gilt weltweit als eine der zerklüftetsten Küsten überhaupt. Man könnte sie deshalb auch als „archipelagische Küste“ bezeichnen.

Insgesamt befinden sich vor der Küste Kroatiens 1.246 Inseln, Eilande und Felsen. Lediglich 47 Inseln sind bewohnt. Die Küstenlänge aller kroatischen Inseln beträgt 4.398 km. Die Küstenlänge des kroatischen Festlandes beträgt 1.778 km. Die kroatische Gesamtküstenlänge beträgt also 6.176 km. Spanien hat vergleichsweise eine Gesamtküstenlänge von 4.964 km.

In der kroatischen Adria befinden sich insgesamt 553 Eilande und 644 Felsen. Die Gesamtfläche aller kroatischen Inseln, Eilande, Riffe und Felsen beträgt 3.259,57 km². Die meisten kroatischen Inseln befinden sich im mittleren Teil der kroatischen Küste.

Als Inseln (kroat. Sg. otok) gelten Flächen, die größer als 1 km² sind. Eilande (kroat. Sg. otočić) sind Flächen, die kleiner als 1 km² und größer als 0,01 km² sind. Felsen (kroat. Sg. hrid) sind kleiner als 0,01 km².

Nördliche Adria

Inseln vor der Halbinsel Istrien

Vor der Küste Istriens befinden sich die Brijuni-Inseln. Dieses Archipel besteht aus insgesamt 14 Inseln und steht heute als Nationalpark unter staatlichem Schutz.

Brijuni-Archipel 33,9 km²
Kvarner-Bucht und Kvarnerić

Ansicht von der Insel RabIn der Kvarner-Bucht und im kleineren Kvarnerić befinden sich einige der größten Inseln Kroatiens. Lange Zeit galt Krk als die größte Insel in der Adria, zwischenzeitlich hatte die Insel Cres diesen Status inne[1]. Die letzten Messungen[2] ergaben für beide Inseln einen identische Größe von 405,78 km². Auf Krk befindet sich auch der Flughafen von Rijeka. In der Nähe liegen Cres, Lošinj (Veli und Mali Lošinj), die ehemalige Sträflingsinsel Goli otok (übersetzt „nackte Insel“), dazu Susak (nicht zu verwechseln mit Sušac) und Unije. Außerdem gehört Rab zu dieser Region.

Cres 405,78 km²
Krk 405,78 km²
Rab 86,11 km²
Lošinj 74,36 km²
Unije 16,87 km²
Goli Otok 4,53 km²
Sušac 4,02 km²
Susak 3,77 km²
Mittlere Adria

In der mittleren Adria gibt es die meisten Inseln, vor allem viele kleine Inseln oder Inselgruppen. Das Gebiet umfasst größtenteils Norddalmatien.

Inseln vor Zadar

Blick vom Velebit-Gebirge auf die dem Festland zugewandten von der Bura geprägten Mondlanschaft der Insel PagDie Insel Pag gehört teilweise zur Gespanschaft Lika-Senj der Region Kvarner/Velebit sowie zu Norddalmatien und wird als Halbinsel empfunden, da es eine Brücke auf die Insel gibt, ähnlich wie auf Vir. Vor Zadar (kroatisch Zadarski otoci) liegen Dugi Otok, die "lange Insel", Ugljan, auch Uljan genannt, Pašman und Iž. Außerdem sind die Inseln Premuda, Olib, Silba und Ist in der Nähe.

Pag 284,18 km²
Dugi Otok 113,30 km²
Pašman 60,11 km²
Ugljan

51,04 km²

Olib

26,14 km²

Vir

22,07 km²

16,51 km²

Silba

14,27 km²

Ist

9,73 km²

Premuda

8,66 km²

Inseln vor Šibenik

Die Insel Lavsa im Kornati-ArchipelInseln vor Šibenik (kroatisch Šibenski otoci) sind Zlarin, Prvić, Žirje, Murter und die Gruppe der Kornaten, die teilweise zum Nationalpark Kornaten gehören.

Kornat 32,44 km²
Murter

17,57 km²

Žirje

15,07 km²

Zlarin

8,04 km²

Prvić (Šibenik)

2,40 km²

Lavsa

1,78 km²

Südliche Adria

Mitteldalmatinische Inseln

Die Stadt HvarDie Mitteldalmatinischen Inseln oder auch Inseln vor Split (kroatisch Srednjodalmatinski otoci oder auch Splitski otoci) sind Čiovo, Drvenik, auf denen sich die Orte Veli und Mali befinden, Brač, Šolta und Hvar, wo die meisten Sonnenstunden innerhalb Kroatiens gemessen werden. Weiterhin Šćedro und Vis, auf der sich zu jugoslawischen Zeiten eine Militärbasis befand, Biševo, Svetac und Palagruža, die am weitesten vom kroatischen Festland entfernte Insel. Weiterhin Jabuka und Brusnik, welche die einzigen Adria-Inseln vulkanischen Ursprungs sind.

Die Stadt Trogir liegt auch auf einer Insel.

Brač 395,44 km²
Hvar

297,37 km²

Vis

89,72 km²

Šolta

58,17 km²

Čiovo

28,12 km²

Drvenik Veli

11,69 km²

Šćedro

8,36 km²

Biševo

5,91 km²

Svetac

4,19 km²

Brusnik

0,49 km²

Palagruža

0,28 km²

Jabuka

0,22 km²

Inseln in der Region Dubrovnik

Der Nationalpark MljetZu den süddalmatinischen Inseln zählen die Insel Korčula, die heute am dichtesten besiedelt ist, die Insel Lastovo, auf der sich zu jugoslawischen Zeiten eine kleine Militärbasis befand, sowie die Halbinsel Pelješac. In Kürze soll die größte Brücke Kroatiens auf diese Halbinsel führen. Auf Mljet liegt der gleichnamige Nationalpark Mljet.

Korčula 271,46 km²
Mljet

98,01 km²

Lastovo

40,82 km²

Die Elafiten vor Dubrovnik

Vor Dubrovnik liegt die Inselgruppe der Elaphiten. Diese umfasst die Inseln Koločep, Lopud und Šipan sowie weitere 11 dazugehörige Inseln.

Šipan 16,22 km²
Lopud

4,37 km²

Koločep

2,43 km²

Kroatische Halbinseln

Die größten kroatischen Halbinseln sind: Istrien und Pelješac
Istrien

(gesamte Halbinsel, ein kleiner Teil liegt in Slowenien)

3.476 km²
Pelješac

358 km²

Berge
Die höchsten Berge Kroatiens
Nr. Bergspitze Höhe [m] Gebirge
1. Dinara (Sinjal) 1.831 im Dinara-Gebirge

2.

Sveti Jure (St. Georg) 1.761 im Biokovo-Massiv
3. Vaganski vrh 1.751 im Velebit-Gebirge

4.

Ozeblin 1.657 im Plješevica-Gebirge

5.

Bjelolasica-Kula 1.533 im Velika-Kapela-Gebirge

6.

Risnjak 1.528 im Risnjak-Gebirge

7.

Svilaja 1.508 im Svilaja-Gebirge

8.

Snježnik 1.506 im Snježnik-Gebirge
Insgesamt gibt es in Kroatien 96 Gipfel, die oberhalb 1.500 m liegen.
Gewässer
Umwelt und Wasserreichtum

Kroatien gehört laut Analyse der FAO zu den 30 wasserreichsten Staaten dieser Welt und nimmt europaweit den 3. Platz ein mit insgesamt 32.818 m³ an erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr. Der Weltwasserentwicklungsbericht 2005 (World Water Development Report) der Vereinten Nationen spricht von 23.890 m³ an jährlich erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr.


Kroatien gehört zu den wenigen Staaten mit organisierter Wasserordnungspolitik. Schon 1891 verabschiedete der Sabor ein Wasserrechtsgesetz des Königreiches von Kroatien und Slawonien, das gesetzliche Regelungen für Gewässer, Flussbetten, die Küste, die Wassernutzung, die Regulierung von Wasserflüssen, wie auch den Flutschutz, Wasserschutz, Wasserschutzvereinigungen und vieles weiteres vorsieht. Die kroatische Adria ist nach einer ADAC-Untersuchung aus dem Jahr 2006 der sauberste Teil des Mittelmeeres. Im Environmental Sustainability Index der Yale University, welcher die Lage des Umweltschutzes in einem Staat in seiner Gesamtheit betrachtet, belegte Kroatien 2005 weltweit den 19. Platz.

Seen

Die größten Seen in Kroatien

1. Vransko jezero 30,7 km²
2. Dubravsko jezero

17,1 km²

3. Peruča-See 13,0 km² am Cetina-Fluss, kroat. Peručko jezero
4. Prokljansko jezero 11,1 km²

Die bekanntesten Seen sind die Plitvicer Seen.

Flüsse

Die Mehrzahl der Flüsse entwässert in das Schwarze Meer (Donau, Save, Drau, Mur, Kupa und Una), die restlichen in die Adria (Zrmanja, Krka, Cetina und Neretva). Die Flüsse im Norden sind sehr verschmutzt, am stärksten davon die Save zwischen Zagreb und Sisak.

Die längsten Flüsse, die durch Kroatien fließen, sind die Save (kroat.: Sava, 562 km) sowie die Drau (kroat.: Drava, 505 km). Diese Flüsse bilden zu großen Teilen die Grenzen zu Bosnien-Herzegowina bzw. zu Ungarn. Beide Flüsse fließen zur Donau, dabei ist die Save der wasserreichste, die Drau der viertwasserreichste Nebenfluss der Donau. Die Donau trennt Kroatien von der serbischen Provinz Vojvodina. Der kroatische Anteil an der Donau ist 188 km lang, zudem grenzt Kroatien fast ausschließlich an die rechte Donauseite.

Die Kupa (slowenisch: Kolpa, 269 km) bildet einen Großteil der Grenze zu Slowenien. Sie mündet in Sisak in die Save, die ab dort schiffbar ist. Weitere Flüsse sind die Korana, Krapina, Lonja, Mur sowie die Vuka.

Die Flüsse aus den Dinariden zur Adria sind relativ kurz, einzig die in der Herzegovina entspringende Neretva stellt einen bedeutenden Fluss in die Adria dar.

Natur- und Nationalparks
Kroatien verfügt über acht Nationalparks und elf geschützte Naturparks. Insgesamt stehen 450 Gebiete, davon 79 Sonderreservate (botanische, geomorphologische, ornithologische, Meeres- und Waldreservate) unter Naturschutz. Insgesamt sind 5.846 Quadratkilometer bzw. 10 Prozent der Festlandsfläche Kroatiens geschützt, bei Zuzählung der geschützten Gewässer ergeben sich 6.129 Quadratkilometer.
Nationalparks
1. Nationalpark Plitvicer Seen kroatisch Plitvička jezera (Wasserfälle), Nationalpark seit 1949, UNESCO-Weltnaturerbe seit 1979, u. a. Schauplatz der Winnetou-Filme

2. Nationalpark Paklenica

Klettermöglichkeiten, Karsthöhlen, Nationalpark seit 1949

3. Nationalpark Risnjak

in der Gebirgsgegend des Gorski kotar nahe Rijeka, Nationalpark seit 1953

4. Nationalpark Mljet

Insel in Süddalmatien, Nationalpark seit 1960

5. Nationalpark Kornaten

kroatisch Kornati (Inselarchipel), geschützt seit 1964

6. Nationalpark Krka

bei Šibenik (Wasserfälle), Nationalpark seit 1985, u. a. Schauplatz der Winnetou-Filme

7. Nationalpark nördlicher Velebit

Vielfältige Karstphänomene, Reichtum an Flora und Fauna auf kleinstem Platz, Nationalpark seit 1999
8. Nationalpark Brijuni auch Brioni genannt, vor Istrien, vormalige Tito-Sommerresidenz, kleiner Safaripark

Naturparks
1. Naturpark Kopački rit Feuchtbiotop an der Donau

2. Naturpark Papuk

in Mittelslawonien

3. Naturpark Lonjsko polje

Feuchtbiotop an der Save

4. Naturpark Medvednica

der „Hausberg“ von Zagreb

5. Naturpark Žumberak-Samoborsko gorje

westlich von Zagreb

6. Naturpark Učka

Gebirge nahe Rijeka, trennt Istrien vom übrigen Festland

7. Naturpark Velebit

umfasst den gesamten Gebirgszug (nördlicher Velebit und Paklenica besonders geschützt)
8. Naturpark Vransko jezero im dalmatinischen Hinterland

9. Naturpark Telašćica

bei den Kornaten

10. Naturpark Biokovo

Gebirgszug in Süddalmatien

11. Naturpark Lastovo

Insel in Süddalmatien
Geomorphologische Phänomene
1. Crveno jezero „Roter See“ nahe Imotski

2. Modra špilja

die „Blaue Grotte“ auf der Insel Biševo in der Nähe von Vis

3. Vransko Jezero

der „Vrana-See“ zwischen Zadar und Šibenik

4. Vela Draga

ein Canyon im Naturpark Učka
5. Bijele und Samarske stijene ein Naturreservat im Kapela-Gebirgsmassiv

6. Rožanski kuk und Hajdučki kuk

ein Naturreservat im Velebit-Gebirgsmassiv

7. Zmajevo oko

der „Drachenaugensee“ bei Rogoznica in Dalmatien
Flora und Fauna

Im Jahre 2004 erklärte die kroatische Regierung das gesamte kroatische Meeresgebiet zu einem ökologischen Schutzgebiet und einer kontrollierten Fischfangzone (kroat.: „ekološki i ribolovni pojas“), um die vorhandene und empfindliche Meeresfauna und Vegetation zu schützen. Die Vorgehensweise wurde von Italien, Slowenien und auch der restlichen EU kritisiert, da mit dem Gesetz auch die Fischereirechte berührt werden.
Flora
Insgesamt 36,83 Prozent Kroatiens (2.082.702 ha) sind von Wäldern bedeckt.[10] Etwa 95 Prozent des Waldbestandes sind weitgehend naturbelassene Mischwälder. Etwa 81 Prozent sind Staatswälder, 19 Prozent befinden sich in privatem Besitz. 85 Prozent der Waldfläche bilden Laubwälder, 15 Prozent entfallen auf Nadelwälder.

In den Gebirgsregionen des Gorski Kotar, der Lika, wachsen vorwiegend Nadelwälder, in der pannonischen Tiefebene vorwiegend Laubwälder. Entlang der kroatischen Küste wachsen vor allem mediterrane Hartlaubgehölze, Macchien, Pinien und Kiefernwälder.

In den trockenen und heißen Sommermonaten kommt es durch unvorsichtiges Verhalten von Einheimischen und Touristen wiederholt zu Großbränden. So wütete vor wenigen Jahren auf der Insel Brač ein verheerendes Feuer. Die kroatische Regierung investiert daher jährlich zunehmend in Brandschutzmaßnahmen.
Fauna
Große Raubtiere wie Braunbären, Wölfe, Goldschakale und Luchse sind vor allem in den gebirgigen Regionen Kroatiens anzutreffen. Zu den vorkommenden Greifvögeln gehören Gänsegeier sowie Stein- und Schlangenadler. Große Vögel, die in den Auen und Sumpfgebieten nisten, sind der Sichler und verschiedene Reiherarten. In der Küstenregion leben zahlreiche Reptilien wie Schildkröten (Land-, Sumpf- und Meeresschildkröten), Eidechsen, Geckos und Schlangen (Nattern, Ottern). Auch einige Meeressäuger sind im kroatischen Teil der Adria beheimatet. Der adriatische Delfin und insbesondere die Mittelmeer-Mönchsrobbe gehören dabei zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Auch die Bestände des Roten Thuns sind durch die industrielle Überfischung im gesamten Mittelmeerraum stark bedroht. Nach politischem Druck seitens der EU wurde dennoch die von Kroatien deklarierte ökologische Zone zum Schutz des Fischbestands wieder abgeschafft. In Kroatien gibt es einige endemische Arten. Ein Beispiel hierfür ist der in unterirdischen Höhlen der Karstregion vorkommende Grottenolm.
Bevölkerung

Kroatien hatte laut einer im Jahr 2001 durchgeführten Volkszählung 4.437.460 Einwohner. Die Lebenserwartung in Kroatien beträgt etwa 75 Jahre. Seit einigen Jahren verzeichnet das Land wegen niedriger Geburtenraten eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung.

Von den Einwohnern zum Zeitpunkt der Volkszählung von 2001 besaßen 4.399.364 (99,14 %) die kroatische Staatsangehörigkeit, 44.340 (1,00 %) davon auch eine zweite Staatsangehörigkeit. 17.902 (0,40 %) besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit, 9.811 (0,22 %) waren Staatenlose. Von 10.383 Einwohnern (0,23 %) war die Staatsangehörigkeit unbekannt.

Die kroatische Diaspora ist überdurchschnittlich groß. Es gibt zahlreiche kroatische Minderheitenverbände im Ausland. Als größter Verband gilt die Hrvatska bratska zajednica in den USA. Im kroatischen Parlament gibt es eigene Abgeordnete der kroatischen Diaspora, welche auch von diesen gewählt werden.

Sprachen

Die Funktionen einer Standardsprache werden in ganz Kroatien von einer Standardvarietät erfüllt, die als kroatische Standardsprache oder als kroatische Standardvarietät des Serbokroatischen bezeichnet wird. Von dieser Standardvarietät werden zahlreiche Dialekte überdacht, die alle zum Dialektkontinuum des Westsüdslawischen gehören und sich den drei Dialektgruppen Kajkavisch, Čakavisch und Štokavisch zuordnen lassen.

In Istrien, sowie in geringerem Maße auch in Rijeka und auf einigen der Kvarner-Inseln, wird auch Italienisch gesprochen. In Grenznähe zu Ungarn, insbesondere in Nordost-Slawonien, gibt es kleine ungarische Sprachinseln. Im westlichen Slawonien befinden sich tschechische und in Ostslawonien slowakische Sprachinseln. Das Istrorumänische im Nordosten und das Istriotische im Südwesten Istriens sind vom Aussterben bedroht. Albanische und slowenische Muttersprachler leben über das gesamte Staatsgebiet verteilt.

Geschichte

Altertum und frühes Mittelalter

Die ersten Siedlungen an der Ostküste des Adriatischen Meeres entstanden im 12. und 11. Jahrhundert v. Chr. im Zuge der Ionischen bzw. auch später der großen griechischen Kolonisation. So geht die Gründung der Siedlung Split auf diese Zeit zurück (Split von gr. Aspalatos oder Spalatos = Höhle). Im 4. Jahrhundert v. Chr. erwähnte der griechische Historiker Herodot außerdem die im Werk beschriebenen Illyrer (ein indogermanisches Volk) als zusätzlich ansässig gewordenes Volk. Ab der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wuchs der politische Einfluss der Römer auf die illyrischen Stämme zwischen der Küste und der

pannonischen Ebene. Im Jahr 34 v. Chr. verleibte Oktavian, der spätere Kaiser Augustus, dieses Gebiet Rom ein. Zu Beginn des 1. Jahrhunderts wurde die römische Provinz Dalmatia, benannt nach dem Stamm der Delmatae, gebildet. Im Jahr 293 wurde unter der Herrschaft des Kaisers Diokletian die Provinz entlang des Flusses Drina geteilt. Nach Teilung des römischen Reiches in West- und Ostrom im Jahre 395 kam das Gebiet Kroatiens zu Westrom.
Im 6. Jahrhundert rückte das zentralasiatische Reitervolk der Awaren in das von den Langobarden geräumte Pannonien ein. Die Kroaten wurden im 7. Jahrhundert vom byzantinischen Kaiser Herakleios in ihr heutiges Siedlungsgebiet gerufen, um ihm beim Kampf gegen die Awaren zu helfen (siehe auch: →Landnahme der Slawen auf dem Balkan). Nach dem Bericht des Byzantinischen Kaisers Konstantin VII. Porphyrogennetos, stammten die Kroaten aus dem Gebiet des heutigen Galiziens.

Der Name der Kroaten ist erstmals in einer Quelle aus dem 9. Jahrhundert belegt. Der Name selber hat keine slawischen Wurzeln, sondern stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus dem persischen Raum.

Im Jahr 879 wird Fürst Branimir von Papst Johannes VIII. mit „dux Croatorum“ angeschrieben und angesprochen, was seinerzeit einer Anerkennung des mittelalterlichen Kroatien gleichkommt.

Kroatisches Königreich (924–-1102)

Um 925 wurde Tomislav der erste König Kroatiens. Gleichzeitig war dies auch der erste Königstitel in der Geschichte der Südslawen. Papst Johannes X. erkannte diesen Titel sofort an. Während seiner Herrschaft fielen die Magyaren im pannonischen Becken ein. Tomislav verteidigte sein Königreich, das aus Zentralkroatien, Slawonien und Teilen Dalmatiens und Bosniens bestand, erfolgreich gegen die Ungarn.

Seine Blütezeit erreichte das Königreich unter der Regentschaft von König Petar Krešimir IV. Unter seiner Herrschaft wurde im Jahr 1059 die Kirche in Anlehnung an den Römischen Ritus reformiert. Dies war hinsichtlich des Schismas von 1054 und der Treue zu Rom von Bedeutung. Das Königreich existierte bis ins Jahr 1102 weiter.

Kroatien in Personalunion mit Ungarn (1102–-1526)

Im Jahr 1102 erfolgte die Krönung des ungarischen Königs Koloman zum kroatischen König in Biograd bei Zadar und Kroatien kam durch ein Abkommen (Pacta conventa) in Personalunion zu Ungarn, mit eigener Verwaltung unter einem kroatischen Ban (Befehlshaber).

Die Personalunion mit dem Königreich Ungarn blieb, mit Ausnahme der Türkenkriege im 16., 17. und frühen 18. Jahrhundert, und einiger anderer Unterbrechungen, in verschiedener Form bis 1918 bestehen.

Osmanisches Reich (1451–1699) und Habsburger (1527–-1918)

Mitte des 15. Jahrhunderts erlitten Ungarn und Kroatien schwere Gebietsverluste durch die Expansion des Osmanischen Reiches. Um militärisch Beistand zu erhalten und weitere Gebietsverluste an die Osmanen zu verhindern, rief der kroatische Sabor die Habsburger auf, die Regentschaft über Kroatien zu übernehmen.

Nach zahlreichen Schlachten gelangte im 18. Jahrhundert ein Großteil Kroatiens unter Verwaltung der Habsburger. Die historischen kroatischen Regionen Dalmatien und Teile Istriens standen seit dem Spätmittelalter unter der Herrschaft der Republik Venedig. Die Republik Dubrovnik konnte als einziges der Gebiete des heutigen Kroatien vom 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1808 ihre staatliche Unabhängigkeit bewahren.

Kroatien hatte jahrhundertelang die Funktion als Bollwerk Europas gegen das Osmanische Reich. Dies geschah auch durch die Schaffung der so genannten Militärgrenze in der sich auch in bedeutender Zahl Orthodoxe Christen ansiedelten. Zeitweilig erhielten die Bewohner der Militärgrenze Privilegien in Form des Statuta Wallachorum.



Nach den napoleonischen Kriegen kamen 1815 ganz Dalmatien und Istrien unter österreichische Herrschaft, wurden jedoch aus politischen Gründen („divide et impera“) nicht verwaltungsmäßig mit dem übrigen Kroatien vereinigt, sondern zu separaten Kronländern innerhalb der österreichischen Reichshälfte, während das Königreich Kroatien und Slawonien zur ungarischen Reichshälfte gehörte.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs unter der kroatischen Bevölkerung das Verlangen nach mehr Selbstbestimmungsrechten. In den Revolutionsjahren um 1848 verkörperte insbesondere Ban Josip Jelačić die Symbolfigur kroatischer Interessen, welche nach Eigenverwaltung strebten. Den nationalen Bestrebungen wurde jedoch durch den Österreichisch-Ungarischen Ausgleich und den Ungarisch-Kroatischen Ausgleich 1867 ein Ende gesetzt. Das 19. Jahrhundert war auch geprägt vom so genannten Illyrismus, einer Bewegung, die zahlreiche kulturelle Veränderungen durchsetzte. Es kam zu einer Standardisierung der kroatischen Sprache und gleichzeitig wurde die Idee geboren, alle Südslawen in einem Staat zu vereinen.


Entstehung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (1918–1941)

Kroatien begann sich nach Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 aus der österreichisch-ungarischen Monarchie zu lösen. Italienische Truppen begannen daraufhin mit der Besetzung von kroatischen Gebieten längs der Ostküste der Adria, da Italien im Londoner Vertrag von 1915 deren Annexion zugesagt worden war. Angesichts dessen beschloss der Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben Ende November 1918 die sofortige Vereinigung Kroatiens mit dem Königreich Serbien, woraus dann das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen entstand. Viele Kroaten lehnten aber die monarchistische Staatsform ab, fühlten sich benachteiligt und verlangten für Kroatien die Gründung einer Republik. Dazu kam, dass die Verfassung eine zentralistische Staatsorganisation und die Auflösung der historischen Provinzen vorsah, was den Serben als zahlenmäßig größtem Volk de facto die Vorherrschaft sicherte.

1929 löste König Aleksandar I. das Parlament auf und benannte den Staat in Königreich Jugoslawien um. Er regierte diktatorisch vorwiegend mit Hilfe serbischer Offiziere. Als Reaktion hierauf gründete Ante Pavelić die von Mussolini unterstützte faschistische Ustaša-Bewegung.


Kroatien im Zweiten Weltkrieg


Vier Tage nach dem Überfall Deutschlands auf das Königreich Jugoslawien marschierte am 10. April 1941 die Wehrmacht in Zagreb ein. Am 17. April 1941 kapitulierte Jugoslawien vor den Achsenmächten. Kroatien wurde zum deutschen Vasallenstaat. Mit Unterstützung der Achsenmächte hatte die Ustaša unter Ante Pavelić bereits am 10. April den Unabhängigen Staat

Kroatien (NDH) ausgerufen. Faktisch war der Ustascha-Führer Ante Pavelić unter dem Titel Poglavnik Staatschef des Unabhängigen Staates Kroatien. Er errichtete eine faschistische Diktatur, welche Juden, Serben, Roma, kroatische Antifaschisten u. a. systematisch verfolgte und ermordete. Traurige Berühmtheit hat dabei das Konzentrationslager Jasenovac erlangt, das auch als „kroatisches Auschwitz“ in die Geschichte einging. Vom Sommer 1941 an begann ein bewaffneter Aufstand der kroatischen Kommunisten gegen das Ustaša-Regime, die als Teil der jugoslawischen Partisanenbewegung im Laufe der Jahre 1942 und 1943 einen großen Teil des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten. Neben Tito war Andrija Hebrang eine der Führungspersönlichkeiten.

Kroatien als Teilrepublik Jugoslawiens (1945-–1991)

Nach Kriegsende wurde Kroatien eine von sechs Teilrepubliken (Sozialistische Republik Kroatien) der neu gegründeten Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, ab 1963 Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ), unter der Regierung Titos.


Im Jahre 1971 wurde die Protest- und Reformbewegung Kroatischer Frühling niedergeschlagen. Nach dem Tod Titos 1980 nahmen die Spannungen zwischen Kroatien und der von Serben dominierten jugoslawischen Regierung zu. Ende der achtziger Jahre hatten sich aus den Bestrebungen nach mehr Autonomie die Forderungen nach der Unabhängigkeit von Jugoslawien entwickelt. Der Kroate Franjo Tuđman, der an der Seite Titos gegen das Ustascha-Regime gekämpft hatte, erlangte bei der kroatischen Bevölkerung großen Zuspruch. Nachdem die geschwächte jugoslawische Regierung ein Mehrparteiensystem zugelassen hatte, gründete Tuđman 1990 die Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ), die bald den Charakter einer Volkspartei annahm. Seine Forderung nach einem unabhängigen Kroatien löste bei den Serbischstämmigen, die laut damaliger Verfassung das zweite Staatsvolk darstellten, Proteste aus, doch die HDZ gewann bei den Wahlen die Mehrheit der Parlamentssitze, und Tuđman wurde zum Präsidenten gewählt.


Unabhängigkeitskrieg Kroatiens (1991–1995)


Nach Abhaltung eines Referendums über die Unabhängigkeit Kroatiens, in dem 93,2 % der Wahlbeteiligten bei einer Wahlbeteiligung von 93,5 % für die Souveränität stimmten, erklärte Kroatien im Juni 1991 unter Franjo Tuđman seine Unabhängigkeit. Die erste Anerkennung erfolgte am 26. Juni 1991 durch das sich ebenfalls gerade unabhängig erklärt habende Slowenien.

Die de facto von Serbien dominierte Jugoslawische Volksarmee versuchte die Unabhängigkeitsbestrebungen militärisch niederzuwerfen. Der militärische Versuch, kroatische Gebiete sowohl mit großem als auch geringem Anteil an serbischer Bevölkerung von Kroatien abzuspalten und mittelfristig an Serbien anzugliedern, mündete in den fast vier Jahre andauernden Kroatienkrieg, der erst nach militärischen Erfolgen der Kroaten 1995 in der Militäroperation „Sturm“ mit dem Abkommen von Erdut vom 12. November 1995 endete.


Kroatien nach Erlangung der Unabhängigkeit

Im Oktober 2001 unterzeichnete Kroatien ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union. Es sichert Kroatien den freien Zugang zum Europäischen Binnenmarkt, verlangt aber auch umfangreiche Wirtschafts- und Sozialreformen. Die Änderung des Wirtschaftssystems vom Sozialismus in eine soziale Marktwirtschaft zog zahlreiche wirtschaftspolitische Maßnahmen nach sich. Ein Schwerpunkt ist die weitere Privatisierung von Unternehmen und die Schaffung von Investitionsanreizen. Seit dem 18. Juni 2004 ist Kroatien offizieller EU-Beitrittskandidat. Allerdings begannen die Beitrittsverhandlungen erst nach einem Beschluss der EU-Außenminister vom 3. Oktober 2005, da Kroatien bis dahin nach Auffassung der EU-Kommission nur mangelhaft mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal kooperiert hatte. Weitere Reformen sind im Bereich Justiz und Soziales notwendig. Ferner ist der Kampf gegen Korruption eine Grundvoraussetzung für eine EU-Vollmitgliedschaft. Im November 2008 wurden Kroatien gute Fortschritte bescheinigt und ein Abschluss der Beitrittsverhandlungen für 2009 in Aussicht gestellt. Die Beitrittsverhandlungen wurden allerdings im Jahr 2009 für mehrere Monate wegen eines Streits mit Slowenien über den Grenzverlauf in der Bucht von Piran unterbrochen. Erst im September 2009 konnte dabei eine Einigung erzielt werden. Die Beitrittsverhandlungen werden nunmehr fortgesetzt, ein endgültiger Beitrittstermin ist aber noch nicht festgelegt.

Infrastruktur, Verkehr und Telekommunikation

Der Verkehrs- und Infrastruktursektor ist derzeit einer der sich am schnellsten entwickelnden Bereiche der kroatischen Wirtschaft. Mehrere Autobahnabschnitte werden über das Land verteilt gleichzeitig errichtet. Damit erhofft man sich unter anderem eine Entlastung der kurvenreichen Küstenstraße Jadranska Magistrala. Auch andere wichtige Infrastrukturprojekte, wie Tunnels, Brücken, städtische Kommunalprojekte, Umweltprojekte oder der Ausbau von Häfen befinden sich derzeit in einer Projektierungs- oder Bauphase. Insbesondere für den Tourismus erhofft Kroatien sich nachhaltige Auswirkungen durch bessere Infrastrukturlösungen. Eine bereits in Kraft getretene, transparentere und härtere Gesetzgebung soll hier unkontrolliertes Bauen verhindern.
Straßenverkehr
Das kroatische Autobahnnetz gehört zu den jüngsten in Europa. Viele Autobahnkilometer wurden erst kürzlich fertiggestellt und ein Ende der regen Bautätigkeit ist noch nicht abzusehen. Das Hauptprojekt stellte hierbei die Autobahn A1 Zagreb–Split dar, welche im Frühling 2005 fertiggestellt wurde und eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen den beiden größten kroatischen Städten bietet. Bis 2008 sollten einige wichtige Bauprojekte verwirklicht sein. Dazu zählen die Verlängerung der Autobahn bis Ploče in Süddalmatien, bessere Verkehrslösungen für Rijeka (weitere Umgehung), die Autobahnverbindung nach Osijek, der Autobahnausbau nach Sisak und die Autobahnanbindungen in Richtung Serbien, Slowenien sowie Österreich. Zur Zeit wird der Ausbau zahlreicher Raststätten entlang aller kroatischen Autobahnen vorangetrieben. Ebenso sollten mittels modernster Videoüberwachungstechnik Unfälle vermieden werden. Die kroatischen Autobahntunnel zählen zu den sichersten in Europa.
Schienenverkehr
Der von der staatlichen Gesellschaft Hrvatske Željeznice betriebene Bahnverkehr in Kroatien ist mit einem Streckennetz von 2974 km[40] unterentwickelt und wenig konkurrenzfähig zum Busnetz, das in der Regel Strecken preiswerter und in kürzeren Intervallen bedient. Seit 2005 verkehren auf der Strecke Zagreb–Split die Neigezüge, die eine viel komfortablere und kürzere Reisezeit ermöglichen als zuvor. Im Gegensatz dazu stehen die veralteten Triebwagen auf anderen Strecken insbesondere in den Osten nach Slawonien. Die kroatische Bahn, die 2006 privatisiert wurde, ist bestrebt die Reisequalität auf einzelnen Strecken zu erhöhen und die Reisezeiten zu verringern. Neben der abgeschlossenen Modernisierung der Strecke Zagreb–Split soll eine neue Bahnstrecke von Ungarn (Botovo) bis nach Rijeka gebaut werden. Nach Angaben des amtierenden Ministers Božidar Kalmeta soll mit diesem Projekt bereits Ende 2007 begonnen werden und bis 2013 zu Ende geführt werden und somit die Reisedauer von Zagreb nach Rijeka verkürzen.
Flugverkehr
Die bedeutendsten kroatischen Flughäfen sind Zagreb, Rijeka, Split, Dubrovnik, Pula, Zadar und Osijek. Seit 2005 gehört die nationale kroatische Fluggesellschaft Croatia Airlines zur Star Alliance. Die Flughäfen spielen in Kroatien im Bezug auf den Tourismus eine immer größere Rolle. Die kroatische Regierung investiert daher u. a. in den Ausbau der Flughäfen von Zagreb und Brač.
Seeverkehr und Binnenschifffahrt
In Kroatien gibt es mehrere wichtige Adriahäfen. Der größte Hafen an der östlichen Adriaseite ist Rijeka, gefolgt vom Industriehafen Ploče und dem Passagierhafen Split. Bis 2009 soll der Adriahafen in Rijeka grundlegend modernisiert werden.

Als bedeutender Binnenhafen gilt Vukovar an der Donau.

Sportliche Erfolge

Fußball: Zu den größten Erfolgen kroatischer Nationalmannschaften zählen der dritte Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Die kroatische Fußballnationalmannschaft hat sich bereits drei Mal seit Erlangung der Unabhängigkeit 1991 für die Weltmeisterschafts-Endrunde qualifiziert. Der Fußballverein Dinamo Zagreb gewann 1967 den Messestädte-Pokal

Handball: Der Sieg der Handballer bei den Olympischen Spielen von 1996 in Atlanta und 2004 in Athen - wie auch der Sieg bei der Handball-Weltmeisterschaft 2003 in Portugal. Zudem war Kroatien 1995 und 2005 Vize-Weltmeister und 2008 Vize-Europameister im Handball. Im Jahr 2009 wurde Kroatien erneut Vizeweltmeister und 2010 erneut Vizeuropameister

Basketball: Die Silbermedaille für die Basketballer bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona 1992. In den Jahren 1993 und 1995 holten die Kroaten Bronze bei der EM und 1994 Bronze bei der WM in Kanada

Wasserball: Die Silbermedaille für das Wasserball-Nationalteam bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta und der Weltmeistertitel 2007 in Melbourne

Rudern: Die Silbermedaille im Rudern für das Gebrüderpaar Nikša und Siniša Skelin in Athen 2004 (im Zweier ohne Steuermann)

Tennis: Wimbledon-Sieg von Goran Ivanišević 2001 im Tennis. Iva Majoli gewann die French Open 1997. Das Tennis-Nationalteam gewann 2005 erstmals den Davis Cup für Kroatien. Ende 2006 befinden sich außerdem gleich zwei kroatische Tennisspieler unter den Top 10 in der ATP-Rangliste (Ivan Ljubičić und Mario Ančić)

Wassersport: Die Silbermedaille im Schwimmen für Duje Draganja bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen (50 m Freistil) sowie Sanja Jovanović die eine Weltrekordzeit von 26,50 Sekunden aufgestellt hat bei der Kurzbahneuropameisterschaft 2007 der Schwimmer im ungarischen Debrecen über 50 Meter Rücken

Wintersport: Janica Kostelić holte Dreifach-Olympiagold bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City (Kombination, Slalom, Riesenslalom; Silber im Super G). Bei den Olympischen Winterspielen in Turin konnte sie ihre erfolgreiche Laufbahn mit einer Goldmedaille in der Kombination sowie einer weiteren Silbermedaille im Super-G fortsetzen. Bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 holte auch der Bruder von Janica Kostelić, Ivica Kostelić, die Silbermedaille in der Kombination. Im Biathlon holte Jakov Fak Bronze bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010.

Leichtathletik: Bei der Leichtathletik WM 2007 in Osaka wird Blanka Vlašić (Split) mit dem Überspringen von 2,05 m Weltmeisterin im Hochsprung und bei den Olympischen Sommerspielen in Peking holte Blanka Silber. Sie holte bei der Leichtathletik WM in Berlin 2009 Gold.

Sportliche Großveranstaltungen

1934 Balkanspiele in Zagreb

1971 Balkanspiele in Zagreb

1976 Fußball-Europameisterschaft (Austragungsorte Zagreb und Belgrad)

1979 Mittelmeerspiele in Split

1981 Schwimm-Europameisterschaft in Split

1987 Universiade in Zagreb

1989 Basketball-Europameisterschaft der Herren

1990 Leichtathletik-Europameisterschaft in Split

1990 Motorrad-Weltmeisterschaft im Automotodrom Grobnik nahe Rijeka

2003 Handball-Weltmeisterschaft der Frauen

2005 Volleyball-Europameisterschaft der Frauen in Zagreb und Pula

2007 Tischtennisweltmeisterschaft im Einzel in Zagreb

2008 Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Zagreb

2008 Kurzbahneuropameisterschaften in Rijeka und Freiwassereuropameisterschaften in Dubrovnik

2009 Handball-Weltmeisterschaft der Männer in den Städten Zagreb, Split, Osijek, Varaždin, Zadar, Pula und Poreč

2010 findet der IAAF Leichtathletik-Weltcup in Split statt

Seit 2005 ist Zagreb-Sljeme eine der FIS World Cup Austragungsorte für die jährliche Tournee des Ski-Slaloms der Damen und Herren. Sljeme gehört mit seiner Besucherzahl (bis zu 15.000 Menschen) zu den größten Ski-Slalom-Austragungsorten in Europa.

UNESCO Weltkultur- und Naturerbe der Menschheit

Die kroatischen Weltkultur- oder Naturerbestätten geordnet nach den Eintragungsjahren
1. 1979 Historischer Komplex der Stadt Split mit dem Palast Kaiser Diokletians

2.

1979, 1994 Altstadt von Dubrovnik

3.

1979, 2000 Nationalpark Plitvicer Seen

4.

1997 Bischöflicher Komplex der Euphrasius-Basilika im historischen Stadtkern von Poreč
5. 1997 Historische Stadt Trogir
6. 2000 Kathedrale des Heiligen Jakob (Katedrala svetog Jakova) in Šibenik
7. 2008 Ebene von Stari Grad auf der Insel Hvar
Museen

Ausgewählte Museen:
1. Čakovec Museum der Region Međimurje

2.

Dubrovnik

Heimatmuseum, Ethnographisches Museum, Schatzkammer der Kathedrale, Archäologisches Museum, Museum für moderne Geschichte sowie das Geburtshaus von Marin Držić.

3.

Gospić Museum Lika; im nahegelegenen Smiljan befindet sich im Geburtshaus von Nikola Tesla dessen biografische Sammlung

4.

Hlebine Galerie naiver Kunst, Museumssammlung von Ivan Generalić

5.

Karlovac Stadtmuseum Karlovac

6.

Klanjec Galerie des Bildhauers Antun Augustinčić

7.

Krapina Evolutionsmuseum und Fundort des Urmenschen Hušnjakovo, Museum Ljudevit Gaj

8.

Kumrovec Ethno-Museum Staro Selo (Altes Dorf) mit alten originalen Häusern; das Geburtshaus von Josip Broz Tito

9.

Makarska Malakologisches Museum (Muschelsammlung), Stadtmuseum Makarska

10.

Osijek Museum Slawoniens, Galerie der bildenden Künste

11.

Pazin Stadtmuseum Pazin, Ethnografisches Museum Istriens

12.

Pula Archäologisches Museum Istriens

13.

Split Museum kroatischer archäologischer Denkmäler, Archäologisches Museum Split, Galerie des Bildhauers Ivan Meštrović

14.

Trakošćan Schlossmuseum Trakošćan mit einer großen Sammlung alter Waffen

15.

Varaždin Stadtmuseum Varaždin in der Alten Burg - Historische Abteilung und Entomologische Abteilung (Insektensammlung)

16.

Zadar Archäologisches Museum Zadar, Volksmuseum Zadar, Seefahrtsmuseum, Ständige Ausstellung sakraler Kunst

17.

Zagreb Archäologisches Museum, Ethnografisches Museum, Kroatisches Museum für naive Kunst, Moderne Galerie Zagreb, Museum der Stadt Zagreb, Mimara-Museum mit Kunstwerken aus allen Epochen, Museum für Kunst und Handwerk, Naturwissenschaftliches Museum, Museum für moderne Kunst, Strossmayer-Galerie alter Meister, Technisches Museum
Feiertage in Kroatien

Datum Deutsche Bezeichnung Kroatische Bezeichnung Anmerkungen
1. Januar Neujahr Nova godina
6. Januar Heilige Drei Könige Sveta tri kralja
Ostermontag Ostermontag Uskrsni ponedjeljak bewegliches Datum
1. Mai Tag der Arbeit Praznik rada
60 Tage nach Ostern Fronleichnam Tijelovo bewegliches Datum

22. Juni

Tag des antifaschistischen Kampfes Dan antifašističke borbe
25. Juni Staatsfeiertag Dan državnosti

5. August

Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit Dan pobjede i domovinske zahvalnosti

15. August

Maria Himmelfahrt Velika Gospa
8. Oktober Unabhängigkeitstag Dan neovisnosti

1. November

Allerheiligen Svi sveti
25. Dezember Weihnachten, 1. Weihnachtsfeiertag Božić
26. Dezember Stephanitag, 2. Weihnachtsfeiertag Blagdan svetog Stjepana
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